philosophie

Ich werde ab und zu von befreundeten Männern gefragt, ob ich sie beim Kleiderkauf begleite und eventuell berate. Dafür bin ich immer zu haben aus folgenden Gründen:

  1. kann ich dabei meine Beobachtungen anstellen, die für meine Arbeit notwendig sind (die Rettung der Männermode).
  2. möchte ich von Männern umgeben sein, die ich optisch interessant finde, weil das objektive Bild des Menschen der erste Eindruck ist, was ich von ihnen bekomme. Kleidung ist für mich ein Bestandteil der Kommunikation zwischen Menschen, genauso wie sprechen mit Worten. („Kleider machen Leute“, sich ver-kleiden)
  3. Fact ist: Was in den Läden (für Männer) hängt, ist meistens gleichförmig, unoriginell, ernst, verklemmt, gleich Uniformen; mit minimalen Abweichungen. Denken Männer, das ist männlich? Denken Designer, das ist männlich? Sollten wir nicht wenigstens in der Mode männlich und weiblich vergessen, und unseren Launen folgen? Kleidung hat noch keinem weh getan.
  4. Die wenigen Läden, die die Ausnahme bilden, führen zwar tolle Kleidung, sind aber finanziell für die wenigsten Männer interessant. Das erzeugt diesen fatalen Teufelskreis: da es keine coolen, bezahlbaren Klamotten für Männer gibt (sogar H&M ist für Männer zum gähnen), vernachlässigen die meisten Männer das Thema Mode.Das hat wiederum die Auswirkung, daß niemand gute, interessante und bezahlbare Männermode entwirft, ja, sich niemand richtig an das Thema heran traut, „weil es sowieso wieder keiner kauft.“ usw. usf.
  5. Die einzige Ausnahme bietet der Flohmarkt. Doch das benötigt wiederum Zeit und Muße, was a) wenige haben, b) die Unsicherheit der Männer schürt („beschäftige ich mich zu viel mit Mode? Ist doch voll unmännlich! Dann laß ich das stöbern lieber sein, das machen doch nur Frauen.“)

Ich will den Männern die Unsicherheit nehmen. Dazu muß ich immer wieder Männer finden, die meine Sachen tragen, um zu zeigen, wie cool sie aussehen können.

Denn „Kleider machen Leute“ ist keine leere Frase. Es ist die Eigenschaft von Kleidung, und man kann diese Eigenschaft gezielt für sich einsetzen. Und das macht auch noch Spaß!

Den letzten Schritt müssen die Männer selber tun. Da ist jeder sein eigener Regisseur. Und ich bleibe zuversichtlich. Denn es gibt keine Alternative!